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Jochsberger Ortschronik - Ausführliche Fassung

Nordwestlich von Leutershausen, am Ende des bei Frommetsfelden beginnenden Engtales der noch jungen Altmühl liegt Jochsberg. Zusammen mit den Orten Clonsbach, Lenzersdorf, Untreumühle, Wolfsmühle und Erndorf bildete der heutige Leutershausener Stadtteil bis zum 31.12.1971 eine eigene Gemeinde.

Der Name Jochsberg bedeutet wohl "Burg des Jochem bzw. Joachim". Der Erbauer der Burg / Schloss Jochsberg dürfte diesen Namen getragen haben. Erstmals erwähnt wurde 1274 ein Gerboto de Jochesperg im ältesten Achtbuch des Landgerichtes Rothenburg o.d.T. (Rst. Rothenburg Lit.1 fol. 3v), wo dieser sich wegen Raubes und Brandstiftung beklagte.

Als Jochem sein Schloss / seine Burg erbauen ließ, schuf er zunächst durch das Anlegen eines rechten Seitenarmes der Altmühl eine künstliche Insel. Mit dem dabei gewonnenen Erd- und Steinmaterial errichtete er auf dieser Insel einen mächtigen Wall, auf welchem er alsdann das Schloss erbauen ließ.

1297 verlieh Bischof Mangold von Würzburg das Gericht zu Friedolshausen dem Grafen Berthold von Henneberg gegen 400 Solbers, dessen Erledigung uns infolge des Todes von Albertus de Jochsberg guten seligen Andenkens bekannt ist. Albertus de Jochsberg war von Beruf Richter, was in jener Zeit nur Adelige werden konnten.

Dann saß einige Zeit das Geschlecht der Tauber in Jochsberg. 1308 einigten sich Lupolt und Heinrich, die "Tauber von Jochsberg", mit dem Abt zu Heilsbronn über einen Weinberg in Winterhausen. 1324 verkaufte Lupolt von Jochsberg seinen Besitz in Frommetsfelden an das Frauenkloster Sulz.

Die Seckendorff'sche Zeit
Burggraf Friedrich IV. von Nürnberg hatte am 17. Juli 1318 das ganze zur Burg Colmberg und der Stadt Leutershausen gehörige Gebiet - und somit auch Jochsberg - gekauft. 1331 erwarb der Burggraf auch noch Ansbach uns setzte dort "Burkhard von Seckendorff" als Stadtvogt ein. 1336 erschien Burkhard von Seckendorff erstmals als Schlossherr von Jochsberg in einer Streitsache mit Leutershausen.

Am 21. Februar 1339 erlaubte Burggraf Johann von Nürnberg Burkhard von Seckendorff die Errichtung einer Kapelle im "Castro" (Burg) Jochsberg. 1350 erhielt der selbe den Blutbann und das Halsgericht für Jochsberg von Kaiser Karl IV. Burkhard von Seckendorff war einer der bedeutendsten Rittergestalten des 14. Jahrhunderts. Sein Besitz reichte gegen Ende seines Lebens von Iphofen über Jochsberg und Monheim bis nach Ingolstadt.

Furchtbar endete Ostern 1389 für Jochsberg. In der Nacht wurden die ahnungslosen Bewohner von 132 Rothenburger Knechten aus dem Schlaf geschreckt, welche plünderten und dann das Dorf dem Burggrafen zum Trotz verbrannten. Sorglos zogen sie alsdann zurück und waren auch schon nahe den Mauern Rothenburgs, als 200 "Lanzen" des rasch alarmierten Nachbaradels sie einholten, 60 von ihnen niederrannten und die übrigen gefangen nahmen. Dieser Streich bekam Rothenburg sehr übel: Vom Kaiser wurde ihm sein Landgericht abgesprochen. So musste es den Burggrafen von Nürnberg auf Lebenszeit als seinen Schirmherren anerkennen, jährlich 600 fl. Schirmgeld zahlen und vor dem Burggräflichen Gericht in Leutershausen Recht suchen gegen die burggräflichen Untertanen.

1459 fällt das Schloss dem berühmten Markgrafen Albrecht Achilles zu, der es dann Fritz von Seckendorff zu Rynhofen verlieh.

1592 stiftete Hans Joachim von Seckendorff zu Jochsberg und Weißendorf, sowie seine Gemahlin, die beiden Kirchenglocken. Die Inschrift auf den Glocken zeugt heute noch davon.

1630 starb mit Hans Joachim von Seckendorff das Geschlecht derer zu Jochsberg aus. Er hatte wohl zwei Söhne, welche sich aber damals in der Reichsacht befanden und deshalb von der Nachfolge ausgeschlossen waren.

Nach den Seckendorff

Der Markgraf zog das Lehen ein und ließ es durch Amtsleute verwalten. Schlimmes hatte Jochsberg 1632 durchzumachen, als der bayerische Feldherr Tilly vor Rothenburg gerückt war. Seine Truppen verwüstetem das Land. Dem damaligen Pfarrer (wahrscheinlich Magister Nikolaus Gerstmair) misshandelten sie so sehr, dass er starb. Das Pfarrhaus wurde niedergebrannt, das Dorf ebenfalls. Die Pfarrbeschreibung nennt für dieses Ereignis den 11. Dezember 1632. Die Pfarrstelle wurde dann von Pfarrer Treu aus Neunkirchen eine Zeit lang mit betreut, blieb dann aber unbesetzt bis ins nächste Jahrhundert.

1653 siedelte Markgraf Albrecht österreichische Auswanderer (Exulanten, evangelische Glaubensflüchtlinge) in dem vom Krieg verwüsteten Jochsberg an. 1656 errichtet einer derselben eine (heute noch bestehende) Schneidsäge auf der Untreumühle. Der Fleiß der Österreicher brachte das Dorf wieder empor.

1663 schenkte Markgraf Albrecht Schloss Jochsberg seiner Gemahlin als Fürstinnensitz. Am 2. Juni dieses Jahres wurden dann 130 eichene Grenzpfähle geschlagen, auf denen die Anfangsbuchstaben der Markgräfin eingebrannt waren. Der erste und letzte Grenzpfahl standen bei der Untreumühle. Im selben Jahr wurde auch das Fürstliche Brauhaus erbaut. Sein Wasser bezog es schon damals aus der Wasserleitung des Schlosses. Anm.: Das über 300-jährige Brauhaus Jochsberg befindet sich seit über 150 Jahren im Besitz der Familie Reindler.

1667 fand sich der erste Wirt in Jochsberg.
1711 konnte das neu erbaute Pfarrhaus von einem Vikarius bezogen werden.
1719 zog Johann Andreas Kalb als wirklicher Pfarrer auf.
1721 wurde Schloss Jochsberg Amtssitz des Oberamtmannes von Colmberg und des Vogtes.
1729 huldigte die Einwohnerschaft von Jochsberg dem angehenden Markgrafen Karl Wilhelm Friedrich, der später der "Wilde Markgraf" genannt wurde.

Die preußische Zeit

1791, am 2. Dezember, wurde Jochsberg mit der übrigen Markgrafschaft preußisch. Jochsberg war von nun an kein Sitz eines Oberamtmannes mehr.
1792 wurde eine neue Kirchenorgel aufgestellt.
1794 wurde das Vogtamt Jochsberg aufgelöst und mit dem Vogtamt Leutershausen vereinigt, welches 1797 in ein Justizamt umgewandelt wurde.
1799 fanden im Schloss französische Flüchtlinge Unterkunft, die darin eine Webfabrik einrichteten. Nach ihrer Rückkehr wurde das zur Bedeutungslosigkeit herabgesunkene Schloss altersbedingt abgetragen.

Jochsberg war früher auch Sitz der Wildmeister bzw. Förster, der im letzten Jahrhundert nach Leutershausen verlegt wurde.

1806 wurde Jochsberg bayerisch.

Anmerkung: An einer Fortführung der Ortschronik nach 1806 wird derzeit gearbeitet. In Stichpunkten können Sie die weitere Ortschronik hier bereits abrufen.

 

 

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Letzte Aktualisierung dieser Seite am 04.08.2014, 16:31 Uhr
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